Rainer Käsz ist neuer Vorsitzender des Freundeskreises Uglitsch

28.04.2017 - Idsteiner Zeitung

 

Gruppenfoto an der Wolga
Wenn Uglitscher und Idsteiner Freunde eine Schiffstour auf der russischen Wolga unternehmen und danach am Ufer gefeiert wird, ist gute Laune Trumpf. Archivfoto: Freundeskreis
IDSTEIN - Rainer Käsz ist neuer 1. Vorsitzender des Idsteiner Freundeskreises Uglitsch. Diese Zeitung sprach mit ihm.
 
Herr Käsz, was hat Sie bewogen, als neuer Vorsitzender des Freundeskreises Uglitsch zu arbeiten?
Da ich schon seit nahezu 14 Jahren familiär durch meine liebe Frau Natalia und früher auch beruflich stark mit Russland verwurzelt bin, hat mich die Arbeit des Freundeskreises Uglitsch natürlich sehr interessiert. Und in den letzten drei Jahren war ich als Kassenprüfer und als Beisitzer des Vorstandes sehr stark in die Vereinsarbeit eingebunden und habe dort erst die wirkliche Bedeutung einer lebendigen Städtepartnerschaft mit einer russischen Stadt erfahren können. Ich möchte als Vorsitzender versuchen, unserem Verein neue Impulse für die weitere Vertiefung dieser Städtepartnerschaft zu geben, um damit Brücken zu einem weiteren friedvollen Umgang miteinander zu schaffen.
 
Was verbindet Sie denn mit Russland und Uglitsch?
Mit Russland und den Menschen in Uglitsch verbinden mich ihre mehrere Jahrhunderte alte Kultur, ihre traditionsreiche Geschichte, in die auch immer wieder der Deutsche Adel eingebunden war, die wundervollen Kirchen und Klöster, insbesondere die orthodoxe Liturgie in den Klöstern und Kirchen. Im Jahre 2000 habe ich meine erste Geschäftsreise nach Russland, nach Novosibirsk in Sibirien, angetreten und war überrascht über die Menschen dort, die kurz nach der Peres-troika ihren Glauben und ihre Religion wieder intensiv lebten. Zudem die unendliche Weite des Landes, die großen Ströme und Flüsse, die endlosen Birkenwälder und mittendrin alte russische Bauerndörfer mit ihren liebenswerten Menschen. Die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Menschen dort – insbesondere auch gegenüber dem ehemaligen Kriegsfeind Deutschland – hat mich tief ergriffen und dieses Land aus einem anderen Blickwinkel sehen lassen. Ich war von diesen und auch späteren Eindrücken in Russland tief bewegt. Und das habe ich ebenso bei unseren Freunden in Uglitsch empfunden.
 
Wie oft waren Sie in Uglitsch?
Insgesamt war ich in der kurzen Zeit meiner Vereinszugehörigkeit schon viermal in Uglitsch, zuletzt im Februar dieses Jahres anlässlich der dortigen Winterspaß-Spiele, und hatte dort auch Gelegenheit, den Bürgermeister der Stadt Lana nebst der mitgereisten Verwaltungsdelegation kennenzulernen. Weiterhin werde ich zum Velofestival im Juni dorthin reisen sowie im Juli anlässlich des Stadtfestes, um mit dem dortigen Freundeskreis Idstein unsere gemeinsamen Aufgaben und Ziele in der Öffentlichkeit vorzustellen.
 
Was schätzen Sie an den russischen Freunden an der Wolga?
Bei den Menschen in Uglitsch, insbesondere dem dortigen Freundeskreis, habe ich sehr schnell erfahren, wie offen und ehrlich man miteinander umgeht. Ich habe sehr viel Freundschaft und Zuneigung, ja sogar Wärme im Umgang mit den Uglitschern erfahren. Und dass sie uns vertrauen und wir ihnen auch.
 
Hand aufs Herz, läuft es gut zwischen Idsteinern und Uglitschern oder gibt es Verbesserungspotenzial in der Freundschaft?
Die Partnerschaft lebt und gedeiht. Zum Beispiel durch unsere letztjährigen Besuche in Uglitsch und der Besuch der Uglitscher anlässlich unseres 20-jährigen Vereinsjubiläums im vergangenen Jahr, die in großer Anzahl angereist waren. Natürlich gibt es immer wieder Verbesserungspotenzial von beiden Seiten. Aber das sind meist kleinere Probleme seitens unserer Partnerstadt bedingt durch gesetzliche Änderungen und Reformen oder finanzielle Engpässe.
 
Was plant der Freundeskreis in diesem Jahr, um Begegnungen zwischen Russen und Deutschen zu ermöglichen?
In diesem Jahr, wie ich schon eingangs erwähnt habe, haben schon folgende Begegnungen stattgefunden oder sind noch geplant: durchgeführte Reise zu den Uglitscher Winterspaß-Spielen im Februar, zehntägige Bürgerreise im Juni mit Besuch der Städte Moskau, Kazan, Nishnij Novgorod, die Städte am Goldenen Ring und anschließend Uglitsch, Teilnahme des RSV Idstein am Velofestival in Uglitsch, Unterstützung einer Schülerreise von 23 Oberstufenschülern nach Uglitsch, Unterstützung von acht Schülern der Uglitscher Musikschule zur Teilnahme am Internationalen Musikfestival im italienischen Cremona, Teilnahme am Uglitscher Stadtfest im Juli dieses Jahres, um auf Anregung des dortigen Amtes für internationale Beziehungen erstmals eine gemeinsame Aktion zu starten, die Freundeskreise beider Städte noch besser in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
 
Mal zum Freundeskreis: Wie viele Mitglieder hat der Freundeskreis aktuell?
Derzeit haben wir 109 Mitglieder, wobei wir in diesem Jahr bereits fünf Mitglieder neu begrüßen durften.
 
Wo können sich interessierte Leser über den Freundeskreis informieren?
Interessierte Leser können sich jederzeit an folgende Vorstandsmitglieder wenden: Rainer Käsz (Vorsitzender), Telefon: 0157-56 13 29 88, Fax: 03222-370 51 10, E-Mail: " oder Wilma Bergmann (stellvertretende Vorsitzende), Telefon: 0172-761 39 00, Fax: 06126-718 71, E-Mail: . Zudem besteht die Möglichkeit, sich über unsere Internetseite, www.fku-idstein.de, vorab zu informieren.
 
Herr Käsz, bitte vollenden Sie folgenden Satz: Die Städtepartnerschaft mit Uglitsch ist wichtig, weil…
... sie eine Partnerschaft ohne Grenzen ist, die ständig neue Brücken baut und von den Menschen dort und hier sehr intensiv und ehrlich auf der Basis des gegenseitigen Vertrauens und mit viel menschlicher Wärme gelebt und auch so empfunden wird.
 
Das Interview führte Volker Stavenow.
 
Den Originalbericht finden Sie im Wiesbadener Tagblatt.